Für viele Transportunternehmen ist der Kraftstoffverbrauch ein großer Kostenfaktor innerhalb der Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership) einer Lkw-Flotte. Durch die steigenden Kraftstoffpreise gerät dieser Kostenfaktor zusätzlich unter Druck.
Dennoch berücksichtigen viele Transportunternehmen bei der Kraftstoffeinsparung ihre Reifen noch zu wenig. Dabei haben Lkw-Reifen einen direkten Einfluss auf den Dieselverbrauch. Vor allem der Rollwiderstand, der Reifendruck und die Wahl des Profils bestimmen, wie viel Energie ein Lkw benötigt, um weiterzufahren.
Der Kraftstoffverbrauch ist ein großer Kostenfaktor im Transportwesen
Kraftstoffkosten belasten direkt die Gewinnmarge von Transportunternehmen. Gerade bei Lkw, die viele Kilometer zurücklegen, zählt jeder Liter. Ein kleiner Unterschied im Verbrauch mag pro Fahrt vielleicht gering erscheinen, summiert sich aber bei einer gesamten Lkw-Flotte schnell.
In die Gesamtkosten einer Lkw-Flotte fließen mehrere Kostenfaktoren ein. Dazu gehören Fahrer, Wartung, Reparaturen, Maut, Versicherung, Fahrzeugkosten und Reifen. Dennoch bleibt Kraftstoff ein Kostenfaktor, mit dem Transportunternehmen täglich zu tun haben.
Deshalb suchen viele Unternehmen nach Möglichkeiten, den Verbrauch zu senken. Oft werden dabei das Fahrverhalten, die Routenplanung und die Motorleistung unter die Lupe genommen. Das sind logische Schritte. Aber auch die Reifen verdienen Beachtung.
Ein Lkw-Reifen ist nämlich nicht nur ein Verschleißteil. Der Reifen bestimmt auch, wie viel Rollwiderstand das Fahrzeug unterwegs überwinden muss.
Wie Reifen den Kraftstoffverbrauch beeinflussen
Bei jeder Fahrt wirken verschiedene Kräfte der Bewegung eines Lkw entgegen. Dazu gehören Luftwiderstand, Schwerkraft, mechanische Reibung und Rollwiderstand.
Der Rollwiderstand entsteht dadurch, dass sich ein Reifen an der Kontaktfläche mit der Fahrbahn ständig verformt. Der Gummi federt nicht vollständig in seine ursprüngliche Form zurück. Dadurch geht Energie in Form von Wärme verloren. Je größer dieser Energieverlust ist, desto mehr Kraftstoff benötigt der Lkw, um weiterzufahren.
Deshalb spielt die Wahl des richtigen Reifens eine wichtige Rolle. Ein Reifen mit geringem Rollwiderstand trägt zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs bei, muss aber zum Lkw, zur Achsanordnung, zur Beladung und zur Art des Transports passen.
Ein Reifen für den internationalen Transport stellt andere Anforderungen als ein Reifen für den regionalen Einsatz, den Verteilerverkehr oder den Baustellenverkehr. Die beste Wahl ist also nicht immer der Reifen mit dem niedrigsten Anschaffungspreis, sondern der Reifen, der in der Praxis das beste Preis-Leistungs-Verhältnis pro Kilometer bietet. Herr Truck Banden kann Sie diesbezüglich beraten.
Was genau ist Rollwiderstand?
Der Rollwiderstand ist der Widerstand, der entsteht, wenn ein Reifen über die Fahrbahn rollt. Jedes Mal, wenn der Reifen die Fahrbahn berührt, verformt sich der Gummi. Diese Verformung kostet Energie.
Ein Teil dieser Energie geht als Wärme verloren. Der Motor muss daher stärker arbeiten, um die gleiche Geschwindigkeit aufrechtzuerhalten. Die Folge ist ein höherer Kraftstoffverbrauch.
Bei Lkw-Reifen ist dies besonders wichtig, da sie stark belastet werden und viele Kilometer zurücklegen. Gerade bei langen Strecken kann ein kleiner Unterschied im Rollwiderstand auf Jahresbasis einen großen Unterschied ausmachen.
Dennoch muss der Rollwiderstand immer im Zusammenhang mit Sicherheit, Haftung und Verschleiß betrachtet werden. Ein Lkw-Reifen muss sparsam rollen, aber auch gut bremsen, stabil bleiben und zu den Bedingungen passen, unter denen das Fahrzeug fährt.
Welche Faktoren beeinflussen den Rollwiderstand?
Der Rollwiderstand von Lkw-Reifen hängt von mehreren Faktoren ab. Einige Faktoren liegen im Reifen selbst begründet. Andere hängen mit der Nutzung, der Wartung und dem täglichen Einsatz des Fahrzeugs zusammen.
Reifendruck
Ein zu niedriger Reifendruck führt zu einer stärkeren Verformung des Reifens. Dadurch steigt der Rollwiderstand, der Reifen erwärmt sich und der Kraftstoffverbrauch steigt. Außerdem nutzt sich der Reifen schneller ab und das Risiko von Schäden oder Pannen nimmt zu.
Ein zu hoher Reifendruck ist ebenfalls nicht gut. Der Reifen hat dann weniger Kontakt zur Fahrbahn. Dies kann zu weniger Grip, einem längeren Bremsweg und ungleichmäßigem Verschleiß führen.
Deshalb ist es wichtig, den Reifendruck auf Beladung, Achslast und Einsatzzweck abzustimmen. Ein schwer beladener Lkw, der lange Strecken zurücklegt, erfordert eine andere Überprüfung als ein Fahrzeug, das hauptsächlich kurze Verteilerfahrten unternimmt.
Reifenmischung
Die Gummimischung eines Reifens bestimmt, wie viel Energie während der Fahrt verloren geht. Kraftstoffsparende Lkw-Reifen verwenden Mischungen mit geringerem Rollwiderstand. Dadurch entsteht weniger Wärmeverlust und der Reifen rollt leichter.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Lkw automatisch denselben Reifen benötigt. Ein Reifen für Langstrecken hat andere Eigenschaften als ein Reifen für rauere Einsatzbedingungen oder häufiges Manövrieren.
Profil und Konstruktion
Auch das Profil und die Konstruktion des Reifens spielen eine Rolle. Tiefe oder aggressive Profile können zu mehr bewegter Masse und stärkerer Verformung führen. Reifen für den Fernverkehr sind daher oft mit einem Profil ausgestattet, das dazu beiträgt, den Rollwiderstand zu verringern.
Beim Baustellenverkehr oder bei schweren Arbeiten liegt der Schwerpunkt hingegen häufiger auf Grip, Karkassenfestigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Beschädigungen. Dort ist der geringste Rollwiderstand nicht immer die beste Wahl.
Gewicht und Beladung
Je stärker der Lkw belastet wird, desto stärker verformen sich die Reifen. Das erhöht den Rollwiderstand. Dabei zählt nicht nur das Gesamtgewicht, sondern auch die Verteilung der Last auf die Achsen.
Eine falsche Gewichtsverteilung kann zu zusätzlichem Verschleiß, höherem Rollwiderstand und einem weniger vorhersehbaren Fahrverhalten führen. Deshalb sollte die Reifenberatung immer im Zusammenhang mit dem täglichen Einsatz des Fahrzeugs stehen.
Der Reifendruck ist eine einfache Möglichkeit, Kraftstoff zu sparen
Wer Kraftstoff sparen möchte, muss nicht immer sofort investieren. Eine gute Reifenpflege kann bereits einen großen Unterschied machen.
Der Reifendruck ist dabei einer der praktischsten Aspekte. Ein falscher Reifendruck erhöht nicht nur den Kraftstoffverbrauch, sondern auch den Verschleiß und das Risiko einer Panne unterwegs.
Für Transportunternehmen ist es sinnvoll, den Reifendruck systematisch zu überprüfen. Nicht nur, wenn ein Problem vorliegt, sondern als fester Bestandteil der Wartung und des Fuhrparkmanagements.
Möchten Sie den richtigen Reifendruck überprüfen? Dann nutzen Sie unsere Reifendrucktabelle als praktisches Hilfsmittel. Darin finden Sie Richtwerte nach Reifentyp, Lastindex und Tragfähigkeit. Bitte beachten Sie: Der vom Hersteller vorgeschriebene Reifendruck bleibt immer die Grundlage.
Das EU-Reifenlabel hilft, sagt aber nicht alles aus
Das EU-Reifenlabel hilft dabei, Lkw-Reifen hinsichtlich Kraftstoffverbrauch, Nasshaftung und externem Rollgeräusch zu vergleichen. Beim Kraftstoffverbrauch berücksichtigt das Label vor allem den Rollwiderstand. Eine bessere Labelklasse kann somit zu niedrigeren Kraftstoffkosten und geringeren CO₂-Emissionen beitragen.
Dennoch gibt das Label nicht das ganze Bild wieder. Ein Reifen mit einer guten Bewertung beim Kraftstoffverbrauch muss dennoch den praktischen Anforderungen entsprechen. Dabei sind die Art des Transports, der Untergrund, das Gewicht, die Achsposition und das Fahrprofil zu berücksichtigen.
Praktische Tipps zum Kraftstoffsparen mit Lkw-Reifen
Kraftstoff sparen mit Reifen beginnt mit konsequenter Aufmerksamkeit für Kontrolle, Auswahl und Wartung. Das muss nicht kompliziert sein, erfordert aber Regelmäßigkeit.
Überprüfen Sie regelmäßig den Reifendruck
Machen Sie den Reifendruck zu einem festen Bestandteil Ihrer Kontrollroutine. Passen Sie den Druck an die Belastung, die Achslast und den Einsatzzweck an. So vermeiden Sie zusätzlichen Rollwiderstand, Wärmeentwicklung und unnötigen Verschleiß.
Wählen Sie Reifen entsprechend dem Einsatzzweck aus
Verwenden Sie nicht automatisch denselben Reifen für jedes Fahrzeug. Ein Fernlastwagen stellt andere Anforderungen als ein Fahrzeug für den Verteilerverkehr oder den Baustellenverkehr.
Berücksichtigen Sie die Kosten pro Kilometer
Beurteilen Sie Reifen nicht nur nach dem Anschaffungspreis. Berücksichtigen Sie auch Kraftstoffverbrauch, Lebensdauer, Verschleiß, Ausfallzeiten und Wiederverwendbarkeit.
Achten Sie auf das Verschleißbild
Ungleichmäßiger Verschleiß deutet oft auf einen falschen Reifendruck, eine falsche Achsvermessung oder einen Reifen hin, der nicht gut zum Einsatzzweck passt. Rechtzeitiges Eingreifen verhindert zusätzliche Kosten.
Beziehen Sie die Fahrer in die Kontrolle mit ein
Fahrer bemerken oft als Erste, wenn sich ein Fahrzeug anders fährt. Denken Sie dabei an Vibrationen, Ruckeln, weniger Grip oder ein schwerfälligeres Fahrgefühl. Ihre Hinweise helfen dabei, Probleme frühzeitig zu erkennen.
Lassen Sie sich bei wechselnden Einsatzbedingungen beraten
Fährt Ihre Flotte unterschiedliche Routen oder mit wechselnder Beladung? Dann lohnt sich eine persönliche Reifenberatung von Mijnheer Truck Banden. Die richtige Kombination für jedes Fahrzeug verhindert, dass Sie Ihre Wahl nur anhand allgemeiner Spezifikationen treffen.
Möchten Sie mehr über Kraftstoffeinsparungen erfahren?
Möchten Sie wissen, welche Reifen am besten zu Ihrem Einsatzzweck, Ihren Routen und Ihren Fahrzeugen passen? Oder sind Sie neugierig, wie viel Kraftstoff in Ihrem Fuhrpark eingespart werden kann?
Bei „Mijnheer Truck Banden b.v.“ beraten wir Sie gerne zu folgenden Themen:
- Kraftstoffsparende Lkw-Reifen;
- Optimaler Reifendruck;
- Rollwiderstand und Effizienz;
- Maßgeschneiderte Reifenberatung;
- Senkung der Gesamtbetriebskosten (TCO) im Transport- und Logistikbereich.